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Häutung der Kornnatter (Pantherophis guttatus)

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Kornnatter kurz vor der Häutung
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Wenn der Körper der Kornnatter wächst, wächst die äußere Haut nicht mit. Darum muss sich die Kornnatter wie alle anderen Schlangen ab und zu häuten. Da Jungtiere schneller wachsen als erwachsene Tiere, müssen sie sich auch öfter häuten. Jungtiere häuten sich 8 – 12 mal im Jahr. Erwachsene Kornnattern häuten sich nur alle 6 Monate.

Schlangen wachsen ihr Leben lang und daher häuten sie sich auch ihr ganzes Leben. Die Häutungsintervalle sind sehr futterabhängig. Wird viel gefüttert, wächst die Schlange schneller und muss sich öfter häuten.

Die neue Haut wächst unter der alten heran und härtet nach der Häutung aus. Als erstes sichtbares Zeichen einer bevorstehenden Häutung trüben sich die Augen ein. Zwischen der alten und der neuen Haut bildet sich ein weißlicher Flüssigkeitsfilm.

Dieser Film erleichtert das Abstreifen der alten Haut. Da auch die Hornhaut des Auges mit gehäutet wird, kann man diesen Flüssigkeitsfilm dort sehen. Außerdem verblassen jetzt die Farben der Schlange.

Jetzt sollte nicht mehr gefüttert werden. Die Häutung kostet sehr viel Kraft und es kann geschehen, dass die Kornnatter eine halb verdaute Maus während der Häutung einfach auswürgt. Meist fressen aber die Schlangen in dieser Zeit von sich aus nichts.

Während der Häutungsvorbereitung und während der Häutung sieht die Schlange schlecht, da ja das Auge von dem Flüssigkeitsfilm umgeben ist. Jetzt sollte man sie in Ruhe lassen und nicht aus dem Terrarium nehmen. Die Luftfeuchtigkeit sollte während der Häutungsphase auch stimmen. Ansonsten muss man sprühen oder eine Wetbox ins Terrarium stellen. Diese vorbereitende Phase dauert je nach Umweltbedingungen 1 – 2 Wochen.

 

Kurz vor der Häutung sieht die Kornnatter plötzlich wieder ganz normal aus. Auch die Trübung der Augen ist verschwunden. Das kommt daher, dass die Flüssigkeit, die zwischen der alten und neuen Haut war, vom Körper wieder aufgenommen wird. Damit trocknet die äußere, alte Haut aus und ist fertig zum Abstreifen.

Zum Beginn der eigentlichen Häutung reibt sich die Kornnatter mit dem Kopf an Ästen oder anderen Einrichtungsgegenständen. Nach einiger Zeit platzt die Haut am Kopf auf. Jetzt windet sich die Schlange durch Äste, Spalten oder den Bodengrund, damit die alte Haut irgendwo hängen bleibt und die Schlange aus der alten Haut raus kriechen kann. Die alte Haut nennt man Natternhemd.

Weil die Haut während der Häutung mehr oder weniger auseinander gezogen wird, ist das Natternhemd zur Längenbestimmung einer Schlange nicht geeignet. Das Natternhemd ist ca. 1,5 mal so groß wie die Schlange selbst. Allerdings kann die alte Haut mit der Methode der Schuppenzählung zur Geschlechtsbestimmung verwendet werden.

Häutungsprobleme können vielfältiger Natur sein. Häufig gibt es Probleme, wenn die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu niedrig ist. Besonders während der Häutung sollte man da genauer hinschauen. Wenn die Luftfeuchte zu niedrig ist, dann muss man mit Wasser sprühen oder gleich eine größere Trinkschale einsetzen, damit mehr Wasser verdunsten kann. Gute Dienste tut hier auch eine Wetbox. Eine Wetbox ist ein Gefäß, das Erde oder Moos enthält, die feucht, aber nie nass sein sollte und warm aufgestellt wird. Da kann sich die Kornnatter darauf legen, wenn sie mal mehr Feuchte braucht.

natternhemd
Natternhemd einer Kornnatter
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Ab und zu kann es passieren, dass sich die Kornnatter nicht richtig häutet. Dann bleiben Fetzen der alten Haut hängen. Dann sollten die Haltungsbedingungen überprüft werden. Sind die Klimadaten im Terrarium in Ordnung und die Schlange häutet sich trotzdem permanent nicht richtig, dann muss sie auf Krankheiten untersucht werden.

An den Stellen, die nicht mitgehäutet wurden, müssen die alten Hautreste entfernt werden. Es können sich Pilze und Bakterien unter den alten Hautfetzen festsetzen. Dadurch können Hautkrankheiten ausgelöst werden. Dazu wird die Schlange 2-3 Stunden gebadet. Anschließend lässt man sie durch ein trockenes Handtuch kriechen, welches man leicht mit der Hand zusammen drückt.

Durch die Reibung lösen sich die feuchten alten Hautreste. Falls dies nicht funktioniert, kann man die alten Hautreste ganz vorsichtig mit einer Pinzette abziehen. Die alte Haut sollte nie trocken entfernt werden, da sie stark am Untergewebe klebt und man die Schlange verletzen kann.

Wenn sich die Schlange nicht häutet, obwohl die Anzeichen wie trübe Augen zu sehen waren, dann besteht Erstickungsgefahr. Die alte Haut wird steif und trocken und die neue Haut darunter kann nicht atmen. Wenn die Haut einmal abgestoßen ist und sich der weißliche Flüssigkeitsfilm gebildet hat, muss die Häutung unter allen Umständen auch durchgeführt werden.

Ernährung der Kornnatter (Pantherophis guttatus)

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Kornnatter frisst Babymaus
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In der freien Natur fressen Kornnattern Echsen, Skinke, Mäuse, kleine Ratten, kleine Kaninchen, Fledermäuse und Vögel. Kornnattern im Terrarium werden meist mit Mäusen oder kleinen Ratten gefüttert. Dabei wird natürlich die Größe der Futtertiere der Größe der Kornnatter angepasst. Kleine Kornnattern bekommen Babymäuse, adulte Kornnattern fressen große Mäuse oder kleine Ratten.

Ein großer Vorteil der Kornnatter ist, dass sie meist auch tote Futtertiere annimmt. So kann man sich einen Vorrat an Futtertieren anschaffen und im Gefrierschrank lagern. Allerdings sollte man Futtertiere nicht länger als 1 Jahr eingefrieren. Vor dem Verfüttern ist das Futtertier aufzutauen. Am besten geht das mit warmem Wasser. Hier sollte man aber aufpassen, dass das Wasser nicht zu heiß ist, da es sonst passieren kann, dass das Futtertier aufplatzt und das stinkt gewaltig.

Vor dem Verfüttern prüft man, ob das Futtertier auch wirklich richtig aufgetaut ist. Ist die Maus innen noch gefroren, dann kann es passieren, dass die Kornnatter sie wieder ausspeit.

Ist die Maus gut aufgetaut, dann packt man sie mit einer Pinzette am Hinterteil und hält sie der Kornnatter mit dem Kopf zuerst hin. Nach ausgiebigem Bezüngeln packt die Kornnatter die Maus und beginnt sie zu verschlingen. Das Verschlingen erfolgt durch einen schlangentypischen Mechanismus. Durch die Beweglichkeit der Unterkieferknochen gegen das Gaumendach wird durch abwechselndes Verschieben dieser Elemente die Beute langsam im Maul nach hinten geschoben.

 

Gleichzeitig spreizen sich die Unterkieferknochen immer weiter auseinander, so dass sie einen großen Trichter bilden. Ist das Beutetier an der Rachenöffnung angelangt, wird es mittels wellenförmiger Bewegungen der Wirbelsäule in die Speiseröhre bis zum Magen geschoben.

Füttert man lebendige Mäuse, dann muss die Kornnatter sie vor dem Verschlingen erst mal töten. Da die Kornnatter eine Würgeschlange ist, packt sie die Maus mit ihren Kiefer und hält sie fest. Dann umschlingt sie die Maus mit mehreren Windungen und beginnt sie zu erdrosseln. Bei jedem Ausatmen der Maus zieht sie die Schlingen fester zu. So dauert es nur ein paar Sekunden bis die Maus tot ist. Ist die Maus tot, dann bezüngelt sie die Kornnatter sorgfältig und beginnt sie mit dem Kopf voran zu verschlingen.

Totes oder lebendes Futter?

fressen fertig
Fertig gefressen
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Ob nun die Fütterung mit lebenden oder toten Futtertieren besser ist, lässt sich schwer sagen. Oft wird angeführt, dass eine lebendige Maus die Schlange verletzen könnte. Dies mag zwar schon vorgekommen sein, ist aber sehr selten. Auf alle Fälle sollte man die Fütterung überwachen. Nicht gefressene Futtertiere sollten baldmöglichst entfernt werden. Ansonsten kann es passieren, dass sie die Kornnatter anknabbern.

Ich füttere in einer Futterbox. Das hat den Vorteil, dass man genau kontrollieren kann, ob die Schlange frisst. Bei einer Fütterung im Terrarium kann es passieren, dass die Kornnatter in ihrer Fressgier Teile des Bodengrundes mit frisst, die dann zu Verstopfungen führen können. Bei Fütterung von mehreren Kornnattern kann es außerdem passieren, dass 2 Schlangen eine Maus von vorn und hinten verschlingen wollen, was dann zu Problemen führt.

Außerdem kann es passieren, dass beim Erbeuten einer lebenden Maus eine Schlange getötet wird. Wenn sie beide die Maus umschlingen, lösen sie ihren Griff erst, wenn das Beutetier nicht mehr lebt. Das heißt, die stärkere Kornnatter löst ihren Griff erst, wenn sich nichts mehr rührt. Dann sind die Maus und die schwächere Kornnatter tot.

Deshalb kommt jede Kornnatter in einen extra Futterbox. Sobald das Beutetier im Magen angekommen ist, kann man die Kornnatter wieder ins Terrarium setzen. Das sieht man, wenn die Schlange wieder züngelnd ihre Umgebung erkundet und am dicken Bauch, siehe Bild rechts.

Fütterungszeit

Kornnattern sind wechselwarme Tiere, das heißt, sie kommen erst so richtig bei Temperaturen von 25° C - 32° C in Trab. Das gilt auch für die Verdauung. Wenn man die Kornnatter schon früh füttert, wenn die Temperaturen gerade mal bei 20° C sind, dann kann sie nicht verdauen und wird das unverdaute Beutetier nach einiger Zeit wieder ausspeien. Deshalb sollte man in den späten Nachmittagstunden oder abends füttern, wenn sie schön auf Betriebstemperatur ist.

Da Kornnattern dämmerungs- und nachtaktiv sind, liegt es ebenfalls in ihrem natürlichen Rhythmus, wenn sie abends gefüttert werden. Die Menge der Futtertiere und der Futterintervall richtet sich nach dem Alter der Kornnattern. Junge Kornnattern bekommen alle 7 Tage 1 - 2 Babymäuse. Bei adulten Kornnattern kann das Fütterungsintervall auf bis zu 14 - 18 Tage ausgedehnt werden.

 

Schlangen allgemein

Schlangen sind eine Unterordnung der Reptilien. Schlangen sind weltweit in fast allen Lebensräumen anzutreffen. Eine Ausnahme bilden nur die Antarktis, Arktis und die Permafrostgebiete. Bei den Schlangen sind die Extremitäten fast vollständig zurückgebildet.

Erscheinungsbild der Schlangen

Schlangen haben einen langen, dünnen Körper. Die Körperform unterscheidet sich je nach Schlangenart. So gibt es untersetzt aussehende (dicker Körper, kurzer Schwanz) und eher längliche, nach hinten gleichmäßig dünner werdende Schlangen. Der Bauch ist fast immer abgeflacht. Auch bei der Größe der Schlangen gibt es beträchtliche Unterschiede. Diese reichen von ca. 10 cm bei der Schlankblindschlange bis fast 10 m bei der Netzpython.

Schlangen haben keine Augenlider und können deshalb auch nicht blinzeln. Die Augen der Schlangen werden komplett von einer durchsichtigen Schuppe bedeckt. Das Rostralschild der Schlangen weist am unteren Rand eine kleine Kerbe auf. Dadurch können Schlangen züngeln ohne das Maul zu öffnen.

Ernährung der Schlangen

Schlangen ernähren sich von lebenden oder frisch getöteten Tieren. Die Größe der Beutetiere richtet sich natürlich nach der Größe der Schlange. Kleine Schlangen fressen meist Insekten. Mittlere Schlangen fressen Nagetiere, Eidechsen oder Frösche, manche aber auch Eier, Vögel oder andere Schlangen. Große Schlangen erbeuten Tiere von kaninchengroßen Säugern bis zu Wildschweinen oder Rehen. Kleinere Tiere werden manchmal lebend gefressen, größere Tiere werden vor dem Fressen getötet. Schlangen können ihren Schädel stark dehnen. Das ermöglicht ihnen das Verschlingen von großen Beutetieren.

Bei der Jagd auf Beutetiere gibt es 2 Methoden der Schlangen. Giftschlangen injizieren ihrer Beute ein Gift und lassen sie dann los. Dann folgen sie der Duftspur der Beute. Diese erliegt meist nach kurzer Zeit dem Gift und stirbt. Jetzt kann die Schlange ihre Beute fressen.

Die 2. Methode ist die der Würgeschlangen. Würgeschlangen packen ihre Beute und lassen sie nicht mehr los, denn sonst wäre sie ja wieder weg. Sie umschlingen ihr Opfer und ziehen die Schlinge bei jedem Ausatmen weiter zu, bis das Opfer das Bewusstsein verliert. Die Schlange hält es noch fest, bis das Herz aufhört zu schlagen. Jetzt kann die Schlange mit dem Verschlingen beginnen.

Schlangen verschlingen ihre Beute immer mit dem Kopf voran.

Terrarium für Kornnattern (Pantherophis guttatus)

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Anfangsterrarium für eine Kornnatter
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Kornnattern sind zwar sehr anspruchslos in der Haltung, jedoch sollte man ihnen trotzdem ein entsprechend großes Terrarium bieten. Das Terrarium sollte mit der Schlange mitwachsen. Es bringt nicht viel, wenn man eine kleine Kornnatter gleich in das Endterrarium setzt.

Das Endterrarium für eine Kornnatter sollte immerhin 120 cm x 60 cm x 120 cm (LxBxH) betragen. Zum Einen tut man sich unheimlich schwer beim Suchen von so einem kleinen Wurm in dem großen Kasten, zum Anderen entstehen unnötige Heizkosten. Für ein Jungtier von 40 cm Länge reicht erst mal ein Terrarium von der Größe 80 cm x 40 cm x 40 cm (LxBxH) vollkommen aus (siehe Bild).

Solch kleine Terrarien kann man aus Glas selber bauen, während man für das Endterrarium lieber Holz nehmen sollte. OSB - Platten haben sich da sehr bewährt. Ein Holzterrarium isoliert viel besser als Glas und man kann da einiges an Heizkosten sparen. Beim Glasterrarium sollten 2 Lüftungsöffnungen vorgesehen werden. Eine sollte vorn unten und die andere hinten oben sein. Somit wird ein guter Luftaustausch gewährleistet.

Der Bodengrund besteht aus Rindenstückchen, in die sich die Kornnatter auch mal verstecken kann. Man kann aber auch Terrarienerde nehmen oder verschiedene Bodengründe im Terrarium anbieten. Eine Ecke sollte immer feucht sein, der Rest trocken. Die Luftfeuchte sollte zwischen 50 % und 70 % betragen. Dies erreicht man durch die Teilfeuchte des Bodengrundes oder durch regelmäßiges Besprühen.

 

Bepflanzen kann man das Terrarium mit künstlichen oder natürlichen Pflanzen. Künstliche Pflanzen haben den Vorteil, dass sie absolut keine Pflege brauchen. Natürliche Pflanzen bedürfen da schon etwas mehr Pflege. Sie haben aber den großen Vorteil, dass sie die Luftfeuchte nicht so schnell absinken lassen. Außerdem sieht durch das Wachsen der Pflanzen das Terrarium nicht immer nur gleich aus.

Ich bevorzuge natürliche Pflanzen, auch wenn sie etwas mehr Arbeit machen. Eine weitere Möglichkeit, die Luftfeuchte anzuheben ist eine Wetbox. Dies ist ein Versteck oder Behälter mit feuchtigkeitsspeicherndem Substrat, zum Beispiel Moos. Ich habe einen Blumentopf mit Seramis, das immer feucht ist. In dem Blumentopf ist eine Pflanze eingepflanzt, die hervorragend wächst, siehe hier.

Heizung und Beleuchtung des Terrariums

Die Temperaturen im Terrarium einer Kornnatter sollten tagsüber zwischen 24 und 30° C (Sonnenplatz auch bis 32° C), nachts um die 20° C betragen. Tagsüber

schutzkorb
Halogenlampe mit Schutzkorb
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sollte ein Temperaturgefälle herrschen. Dies erreiche ich, indem ich einen Halogenstrahler dezentral an der Decke anbringe. Bei größeren Terrarien muss man dann mit mehreren Strahlern arbeiten.

Die Stärke und Anzahl der Strahler muss man erst mal im unbesetzten Terrarium testen. In dem oben beschriebenen Terrarium 80cm x 40 cm x 40 cm reicht ein 35 W Strahler, im Sommer ein 20 W Strahler aus. Damit ist es auf dem Boden direkt unter dem Strahler 32° C, am entferntesten Punkt vom Strahler 24° C warm. So kann sich die Kornnatter die Temperatur raussuchen, die sie gerade mag.

Die Versteckmöglichkeiten sind ebenfalls auf verschiedene Temperaturzonen verteilt. Der Halogenstrahler dient auch gleichzeitig der Beleuchtung des Terrariums. Falls die Pflanzen damit nicht wachsen, kann man auf das Terrarium noch eine kleine Leuchtstofflampe basteln. Von diversen Heizmatten unter dem Terrarium halte ich überhaupt nichts. In der Natur kommt die Wärme auch nur von oben.

Bei Verwendung von Halogenstrahlern oder anderen heißen Wärmequellen ist unbedingt eine Abdeckung vorzusehen. Ansonsten kann es passieren, dass sich die Kornnatter nachts um den Strahler herumwickelt und früh nach dem Einschalten nicht früh genug bemerkt, dass das Ding heiß wird. Da kann sie schwere Verbrennungen davontragen. Die Maschenweite des Schutzkobes muss natürlich so klein sein, dass die Kornnatter garantiert nicht rein kriechen kann, ansonsten kann der Schutzkorb zur Todesfalle werden.

Einrichtung des Terrariums

Ein Wassernapf sollte in keinem Terrarium fehlen. Dieser kann auch etwas größer ausfallen, damit die Kornnatter auch mal darin baden kann. Das Wasser muss natürlich regelmäßig gewechselt werden. Weiter sollten verschiedene Versteckmöglichkeiten in verschiedenen Wärmezonen angeboten werden. Gerade junge Kornnattern liegen fast den ganzen Tag in einem Versteck und kommen erst abends wieder heraus.

Da die Kornnatter eine Kletternatter ist, braucht sie vielfältige Möglichkeiten zum Klettern. Dies können Äste oder auch Wurzeln sein, aber auch eine entsprechend gestaltete Rückwand kommt dem Klettertrang der Kornnatter entgegen. Dabei sollte man aber beachten, dass keine scharfen Kanten entstehen. Auch sollten die Äste und Wurzeln fest stehen, damit nicht ein umstürzender Ast die Kornnatter einklemmen kann.

Eine entsprechend gestaltete Rückwand hat nicht nur einen optischen Reiz. Gerade bei Glasterrarien wirken Rückwände und Seitenwände aus Styropor sehr wärmedämmend. Styropor lässt sich hervorragend bearbeiten. Für die Rück- und Seitenwände habe ich 2 cm starke Styroporplatten verwendet. Darauf habe ich mit Heisskleber Liegeflächen aus Styropor geklebt. Anschließend wurde das Ganze mit einem Lötkolben und einer Heissluftpistole etwas in Form gebracht, damit es nicht so glatt und unnatürlich aussieht.

Zum Schluss werden die Wände mit Fliessenkleber 2 - 3-mal bestrichen. Beim letzten Anstrich kann man noch etwas Abtönpaste seiner Wahl zufügen, so dass das Ganze eine natürliche Farbe erhält. Man kann auf den noch nassen Fliesenkleber auch Sand streuen, der dann haften bleibt. Nach dem Einbau der Wände werden die Ritzen noch mit Silikon gefüllt (gibt es auch in einigen Farben).

Ein Thermometer und ein Hygrometer sollten auch in keinem Terrarium fehlen. Allerdings sind die billigen Geräte oft nicht sehr genau. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man mit einem guten Gerät die Feuchte und Temperatur messen.Das Terrarium ist 2-mal jährlich zu säubern. Dazu nimmt man die Einrichtungsgegenstände heraus und säubert sie mit kochendem Wasser. Der Bodengrund wird komplett gewechselt. Der Kot ist regelmäßig zu entfernen.

Noch ein Wort zur Ausbruchsicherung. Kornnattern sind wahre Ausbruchskünstler. Sie finden jede Lücke um zu flüchten. Wo der Kopf durch passt, passt auch die ganze Schlange durch. Wenn man Schiebescheiben verwendet, die in Profilen laufen, reicht der Spalt zwischen den Scheiben schon bei kleineren Kornnattern aus, um zu flüchten. Ich habe da ein Aluprofil an eine Scheibe geklebt, so dass nur noch ein minimaler Spalt bleibt. Fallscheiben sind da schon sicherer (werden zum Öffnen nach oben herausgezogen). Allerdings haben sie den Nachteil, dass sie beim Hantieren im Terrarium komplett herausgezogen werden müssen, weil sie ja sonst wieder runterknallen.

Die Kornnatter allgemein

kornnatter
Kornnatter (Pantherophis guttatus)
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Kornnattern (Pantherophis guttatus) gehören zu den ungiftigen Schlangen. Die Kornnatter tötet ihre Beute, indem sie sie erwürgt. Mit einer Körperlänge von 1,20 - 1,40 m gehört die Kornnatter zu den kleineren Würgeschlangen. Es wurden aber auch schon Exemplare von 1,80 m Länge gehalten. Weibchen werden in der Regel etwas größer als die Männchen. Der Körperdurchmesser beträgt dabei 3 - 4 cm.

Frisch geschlüpfte Kornnattern sind ca. 28 cm lang und haben einen Körperdurchmesser von nur wenigen Millimeter. Das Gewicht schwankt je nach Jahreszeit und Ernährungszustand. Junge, geschlechtsreife Tiere wiegen ca. 200 g, während alte, gut genährte Kornnattern bis zu 800 g auf die Wage bringen können.

Auf Grund ihres ruhigen Wesens und ihrer vielfältigen Farbvarianten sowie der relativ anspruchslosen Haltungsbedingungen ist die Kornnatter mittlerweile ein beliebtes Haustier geworden. Kornnattern sind dämmerungs- bzw. nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie meist in ihrem Versteck. In der Dämmerung kommen sie dann heraus und gehen auf Erkundungstour. Dabei klettern sie gern im Terrarium über Äste und Pflanzen.

Deshalb sollte man das Terrarium mit vielen Klettermöglichkeiten ausstatten. Mit zunehmendem Alter kann man aber Kornnattern auch tagsüber öfter beim Sonnenbaden erleben. Kornnattern besitzen keinen Schutzstatus, das heißt, sie dürfen ohne Genehmigung einer Behörde gehalten und gezüchtet werden.

Den Körperbau der Kornnatter kann man als schlank bezeichnen, der Kopf ist nur wenig abgesetzt. Die große, runde Pupille der Augen wird von einem braunen Irisring eingeschlossen. Die Bauchschuppen sind an ihren seitlichen Rändern scharf nach oben geknickt. Dies ermöglicht der Kornnatter ein sicheres Klettern.

Kornnattern fressen lebende Beute, aber auch gefrorene Beute, die natürlich aufgetaut werden muss, wird meist ohne Probleme angenommen. Als Terrarientiere fressen Kornnattern Mäuse oder kleine Ratten je nach Größe der Schlange. Zum Nahrungsspektrum in der Natur gehören aber noch Echsen, kleine Kaninchen, Fledermäuse und Küken.

Gefrorenes Futter bekommt man in vielen Zoohandlungen, während man lebende Beutetiere von einem Züchter holen sollte oder gleich selbst züchten kann. So weiß man wenigsten, dass auch das Futtertier gesund ist. Auch ein Futtertier will ein tiergerechtes Leben haben. Ich züchte meine Futtertiere auch selbst, siehe hier.

Natürliches Verbreitungsgebiet

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Verbreitungsgebiet der Kornnatter
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Um die Ansprüche der Kornnattern im Terrarium so gut wie möglich befriedigen zu können, muss man erst mal wissen, unter welchen Bedingungen die Kornnattern in ihren natürlichen Habitaten leben. Der Vorteil der Kornnatter, der sie so geeignet für eine problemlose Terrarienhaltung macht, ist die Anpassungsfähigkeit der Tiere.

Im Gegensatz zu vielen Spezialisten, die nur bestimmte Lebensräume besiedeln, besiedeln die Kornnattern völlig unterschiedliche Biotope. Das reicht von Sumpfgebieten und Quellen über trockene Laubwälder oder felsiges Hügelland bis zu sandigen und trockenen Kieferwäldern. Aber auch in der Nähe menschlicher Siedlungen ist die Kornnatter anzutreffen. Hier locken ein reichliches Nahrungsangebot sowie geeignete Überwinterungsquartiere.

Ihr Verbreitungsgebiet ist der Südosten der Vereinigten Staaten inklusive reliktartiger Populationen in New Jersey, Delaware, im Süden Pennsylvanias und Marylands, dem Nordosten von West Virginia sowie in Virginia. Häufig trifft man sie in South Carolina, Georgia und Florida an. Teilbereiche von Texas, Kentucky, Arkansas, Tennessee, Alabama, Mississippi und Louisiana zählen ebenfalls zum Verbreitungsgebiet, ebenso wie einige Inseln vor der Atlantikküste und an der Golfküste im Norden Floridas.

Wenn man sich dieses riesige Verbreitungsgebiet ansieht, dann sieht man, dass die verschiedenen Populationen mit vielen verschiedenen Klimawerten auskommen müssen. Dies reicht vom gemäßigten und winterkalten Klima in New Jersey und Delaware bis zu den subtropischen Regionen Floridas. Während Kornnattern in den warmen Gebieten oft ganzjährig aktiv sind, legen sie in den kälteren Gebieten eine Winterruhe ein. Dabei verbringen die Kornnattern die kalte Jahreszeit in Nagerbauten, Felsspalten oder Höhlen.

Als Feinde hat die Kornnatter in der Natur verschiedene Schlangen, Echsen, Füchse, Katzen, Skunks, Opossums und diverse Vogelarten zu fürchten.

Wer Lust auf ein paar Tiervideos (auch in HD) hat, kann sich auf meinem Youtubekanal ein bisschen umsehen. Zur Zeit bin ich noch am Hochladen, es werden aber täglich immer mehr. Hier der Link: Youtube

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